Ausgehend von einer Staatsverschuldung von ca. 60 % im Jahr 2019 (vor Corona) hat Deutschland beim Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zur Staatsverschuldung die niedrigste Quote aller relevanten Industrienationen. 

Die höchsten Schuldenberge hatten Ende 2018:

Japan               240    Prozent

Griechenland   181,1 Prozent

Italien              132,2 Prozent

Portugal           121,5 Prozent

Zypern             102,5 Prozent

Belgien            102,0 Prozent

Frankreich       98,4  Prozent

USA                 98    Prozent

China                65    Prozent

D.h. selbst wenn Deutschland die Quote der Staatsverschuldung auf Grund der Corona-Krise auf 90 % und mehr erhöht, steht die Bundesrepublik immer noch stabiler da als alle anderen Industriestaaten.

Da sie weiß, welche Reserven sie notfalls noch mobilisieren kann, handelt die Bundesregierung in der Wahrnehmung der Bürger überraschend großzügig. Die herausragende Bonität der Bundesrepublik Deutschland bedeutet niedrigere Zinsen bei der Kapitalbeschaffung an den internationalen Märkten und damit ein wertvoller volkswirtschaftlicher Wettbewerbsvorteil.

Die Herausforderung im letzten Akt der Ära- Merkel wird sein die Begehrlichkeiten von Wirtschaft und Gesellschaft im Griff zu halten und die weltweit einzigartige Investitionskraft Deutschlands in die richtige Richtung zu lenken.  Hierzu gehört auch ein starkes solidarisches Verhalten innerhalb der europäischen Gemeinschaft, bei dem man deutlicher wie bisher klar machen muss, dass europäische Solidarität auch eine Investition in unsere größten Absatzmärkte und in unsere eigene Zukunft bedeutet.

Aus Sicht des Verfassers sollten staatliche Kredite oder anderen Fördermaßnahmen nur für verbindliche Verpflichtung in mittelfristige nachhaltige Investitionen wie erneuerbare Energien, Bildung, KI, digitale Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr etc. gewährt werden. Die Fehler aus der Vergangenheit dürfen nicht mit den aktuell geplanten Subventionen zugekleistert werden.

Soforthilfen für Kleinunternehmen und Familien müssen dabei gesondert betrachtet werden. Bei vielen kleinen Betrieben geht es jetzt erstmal ums Überleben und bei Familien um einen Ausgleich für die außerordentlichen Belastungen.

Seit heute sind Kaufprämien für PKWs mit fossilen Antrieben weitgehend vom Tisch. Die permanenten und dreisten Drohungen der Automobilindustrie mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen werden im Zuge der industriellen Wandlung ohnehin immer harmloser. Nicht die Antriebsart wird die Zukunft bestimmen, sondern adäquate Angebote weg vom Individualverkehr hin zu einem optimierten lebensnahen öffentlichen Verkehrsnetz.    

Neue Arbeitsplätze im Zuge des Digitalwandels werden die alten Arbeitsplätze ersetzen. Auch hier ist Deutschland mit dem ausgezeichneten Ausbildungsstandard klar im Vorteil.

Es wird zukünftig nicht mehr ausschließlich um die quantitative Steigerung des Bruttoinlandprodukts gehen, sondern der Vergleich der Wettbewerbsfähigkeiten der Volkswirtschaften wird sich mehr auf die qualitative Ebene verlagern.

Da steht Deutschland unangefochten auf der Poleposition und kann entsprechend zuversichtlich in die Zukunft schauen.